Moisei liegt als langgestrecktes Dorf im Tal des Flusses Vișeu, zwischen den Städten Vișeu de Sus im Nordwesten und Borșa im Osten. Im Süden der Ortschaft erhebt sich das Rodna-Gebirge (Munții Rodnei).
Der Ort wurde 1365 als villa Moyse erstmals urkundlich erwähnt.Er war über mehrere Jahrhunderte Teil des Komitats Maramuresch und damit des Königreichs Ungarn. Nach dem Ersten Weltkrieg gelangte er zu Rumänien. Im Ergebnis des Zweiten Wiener Schiedsspruches gelangte Moisei 1940 vorübergehend wieder zu Ungarn. Am 14. Oktober 1944 verübten ungarische Truppen auf ihrem Rückzug vor der Roten Armee im Ort ein Massaker, dem etwa 30 Bauern zum Opfer fielen. Außerdem wurden zirka 200 Häuser niedergebrannt.
Seitdem Rumänien 2007 Teil der Europäischen Union ist, wurden mit Hilfe von EU-Gelder in dem einst primitiv und schwer erreichbaren Ort etwa 130 Kilometer asphaltierte Straßen, Gehsteige, das Trink- und Abwassernetz und eine Kläranlage für etwa acht Millionen Euro errichtet.
Moisei war eines der Zentren jüdischen Lebens in der Maramureș. Seit Beginn der offiziellen Volkszählungen im Jahr 1850 war die Gemeinde jedoch bereits überwiegend von Rumänen bewohnt. Bis zum Zweiten Weltkrieg stellten Juden die größte Minderheit (1920 25 bis 30 Prozent). Inzwischen sind die Bewohner von Moisei nahezu ausschließlich Rumänen; 2002 wurden bei damals 9023 Einwohnern vier Ungarn, ein Ukrainer und sieben Deutsche erfasst.